Interview mit einem entfremdeten Kind, der ewig währende Kreislauf, toxische Menschen und wie man den Weg beginnt seine Wahrnehmung zu ändern.

Als ich noch ein junges Mädchen war, konnte ich nicht verstehen was genau hier passiert. Egal was ich zuhause machte, es war nie gut genug. Ich kam mit guten Noten nach Hause und die Reaktion war die gleiche wie mit einer schlechten Note. Meine Motivation verließ mich gute Note zu schreiben. Ja natürlich man macht es für einen selbst, jedoch brauche ich Ihnen da draußen sicherlich nicht erörtern, dass ein Kind so noch nicht denkt. In erster Linie hat man die Motivation seine Eltern „stolz“ zu machen. Wenn man dieses positive Feedback in all den Jahren nicht erhält, so hat man auch keinen Anreiz mehr dies weiter zu verfolgen.  In all den Jahren dachte ich immer mit mir könne etwas nicht stimmen. Es war schmerzhaft zu sehen wie man nicht gemocht wurde von der eigenen Mutter und der Bruder in den Himmel gelobt wurde. Ganz gleich wie gut ich war, nie war es gut genug. Ein Seitenhieb hier, ein Fetzer am Körper da. Ein Anschreier hier, ein Ausraster dort. Für alle Freunde und Bekannten von ihr war ich immer der „schwierige Rebell“. Als Kind laut ihrer Aussage extrem anstrengend, als Baby für Sie unerwünscht.  Dass ich dann anfing – gerade in der Pubertät - mich für Menschen zu interessieren welche mir sicherlich nicht gut taten, steht außer Frage. Man einen kleinen Diebstahl hier, mal Schwarzfahren dort. Als ich älter wurde holte ich mir den Respekt durch Dauer Leistung im Sport, beim Tanz und durch Gewaltaktivitäten für und mit den „Cliquen“ die man so hatte. Für „ Otto-normal “ Kinder war ich ein Graus. Zu direkt, zu stur, zu viele Schritte voraus denkend, zu gewalttätig. Ja der Mensch an sich interessierte mich keineswegs, daraus machte ich auch kein Geheimnis. Was interessierten mich diese Kinder? Sie hatten eine Mama die mit ihnen lernte, Geburtstagspartys ausrichtete, Freundinnen besuchen konnten und Emotionen bekamen. Hatten einen Papa, der Ihren Mädchen zeigte was ein Vater ausmacht. Ich hatte auch einen Papa. Wie es jedoch so ist in diesen Konstellationen, glaubt man einem Kind nicht. Vor allem nicht dann, wenn das Kind in seiner ganzen Körperhaltung und Mimik vor Wut und Aggressionen nur so sprüht. As ich eine Teeny wurde und mein Papa ging war ich wütend. Nicht auf ihn, er hat es richtig gemacht zu gehen, sondern ich war wütend darauf noch ein Teenager zu sein und nicht einfach gehen zu können. Somit wurde ich noch „schwieriger“. Alkohol wurde viel interessanter als er davor schon war, und auch das Kiffen war ein kurzzeitiger Moment um „frei“ zu sein. Danach haute ich von zuhause ab, legte mich mit allen und jeden großkotzig an der sich mir in den Weg stellte und „zuhause“ gab es nicht mehr. Hatte ich Hausarrest  – und das hatte ich eigentlich permanent- kletterte ich die Regenrinne herunter, ging Feiern und kam irgendwann mitten in der Nacht wieder stirnhagelvoll nach Hause. Natürlich genauso wie ich raus kam, kam ich auch wieder rein. Ich trieb mich an Orten rum, an denen ich eigentlich nichts zu suchen hatte. Diese Welt gefiel mir damals sehr. Sie war so frei, so selbst bestimmend, so selbst zerstörend prickelnd.  Zwischen drin flüchtete ich dann zu meinen Papa und wurde wieder von meiner Mutter dort aufgegriffen. Sicherlich brauche ich nicht erwähnen, dass sie mich nicht freundlich darum bat. Die Einzelheiten hierzu erspare ich Ihnen.  In all dieser Zeit spürte ich, dass irgendwas überhaupt nicht glatt lief, durch das suggerieren glaubte ich dennoch „ich sei schuld“ („DU bist der Grund wieso hier nichts funktioniert. DU bist der Grund warum dein Vater mich verlassen  hat. Hätte dein Vater in den Wald gew***, wäre etwas Gescheiteres entstanden als du. Usw. Die Liste lässt sich ewig lang weiter führen. Von den Körperlichen Aktionen fange ich besser nicht an zu sprechen. (Vieles erfuhr ich erst danach oder erinnerte mich wieder selbst daran)  

 

Mein Schmerz empfinden ist bis zum heutigen Tage definitiv so hoch, dass ich manche Dinge nicht einmal mehr spüre. Bei anderen Schmerzpunkten rastete ich dafür per se sofort und ohne Umschweife aus. In all dieser Zeit hatte ich ein junges Mädchen, welches mir sehr viel bedeutete. Ihr zuhause war schrecklich, sie korpulent, ohne Selbstbewusstsein und was eine Prunksitzung z.B. ist wusste sie auch nicht. An dem Tag als ich erfuhr, dass sie sich mit jungen 14 Jahren das Leben nahm, war ich definitiv nicht mehr ich selbst. Ich beamte mich in eine andere Dimension und fing an mir selbst schmerzen zu zufügen, jedoch nicht mit einem scharfen Gegenstand. Nein, mit einem absolut stumpfen Gegenstand, bei dem man sogar spüren konnte wie es versuchte die Haare auf dem Arm zu zerschneiden oder sollte ich hier lieber sagen zu zerreißen? Als ich am Knochen ankam hörte ich auf, tiefer ging nicht mehr. Durch diesen emotionalen Druck an schmerzen, kompensierte ich den einen durch den anderen Schmerz. „Befreiter“ fühlte ich mich danach nicht.

 

Ich glaube, wenn ein Kind lernen muss seine Gefühle unter Verschluss zu halten oder aber mit den Konsequenzen rechnen zu müssen, so wird er –egal wie viel Schmerz er sich selbst zufügt- nie an den Punkt gelangen „frei“ zu sein. Dafür sitzen diese Emotionen viel zu tief. Fatal hier an der Stelle ist, man lernt Emotionen einzusperren und wenn sie hervor treten, dann mit absolut voller Wucht wie ein Hurrikan und dies wird solange anhalten, bis man seine eigenen „Päckchen“ hervorkramt, sich mit ihnen auseinander setzt, annimmt und die Perspektiven ändert. Ob sich das auf Dauer beeinflussen lässt? Nein, ich glaube nicht. Es wird zu 95 % besser aber ganz weg wird es niemals gehen. Man lernt jedoch die Situationen „zu sehen“ bevor sie passieren.

 

 

 

Ich glaube nicht, dass ich Ihnen sagen muss für welche Kategorie Mensch man hier dann interessant erscheint, wenn es um eine Partnerschaft geht. Man rennt quasi vom einen Verderben (zuhause) ins nächste. Nicht weil man –so wie oft behauptet- zu blöde sei um hier die Augen zu öffnen. Sondern schlichtweg weil es etwas ist, was einem so vertraut vorkommt und die feinen Antennen welche Alarm schlagen nicht mehr funktionieren, woher denn auch. Kinder stellen ihre Eltern nicht in Frage, egal was sie mit einem anrichten. Selbst dann nicht, wenn sie spüren, dass etwas nicht stimmt.  Den Schritt hier zu gehen und einen Schlussstrich zu ziehen ist für viele nicht einfach, da sie sich nichts sehnlicher wünschen als eine Familie, Nähe, Geborgenheit, Zuneigung und Liebe und wenn es sein muss bis zur Selbstaufgabe. DASS ist das was man beigebracht bekommt. Ein Energieträger für diese Person zu sein. Ab und zu ein Zuckerle zu bekommen, damit man nie die Hoffnung auf „Veränderung“ aufgibt.

 

 

 

Nun, in den letzten 7 Jahren und vor allem in den letzten 4 Jahren durfte ich neue Perspektiven und Wahrnehmungen erlernen und kennen lernen, die mein ganzes „ich“ auf den Kopf stellten (Was nicht mal mein „ich“ war, sondern nur das suggerierte von klein auf). Angefangen bei einem Therapeuten um festzustellen wer meine „Mutter“ ist und auch wer der Mann ist, mit dem ich sechs Jahre meines Lebens verbrachte nur um dann wieder an den selben Punkt zu gelangen, wie es einst schon mal geschaffen wurde. „Du bist Schuld, DU machst alles kaputt etc. pp“.  Um dann in die Angst zu kommen selbst so zu sein, seiner eigenen Wahrnehmung nicht zu trauen, immerhin war sie laut suggerierten sowieso falsch. Und auch hier wieder der gleiche Punkt, egal was du getan hast, es war nie recht. Bis hin zum kompensieren beider Punkte. Das eigentliche sein mit dem erlebten.

 

 

 

Man kann sich nicht aussuchen, was mit einem gemacht wurde. Man kann jedoch die Sachlage ändern. Und der Beginn liegt bei einem selbst.

 

 

 

Es folgten Wochen von weinen, abrutschen in alte Verhaltensmuster um ja nichts falsch zu machen (Paradox für eine so direkte Person), sich dabei zu ertappen alles an einen selbst in Frage zu stellen, Kopfschmerzen zu haben beim versuch, all das erlebte zu Papier zu bringen. Ohnmachtsgefühl weil man in manchen Situationen nicht weiter kam außer man beugt sich. Und beugen hätte hier bedeutet, wieder so weiter zu machen wie zuvor nach den Wünschen der „Energieziehenden“ Person, nur um nicht das zu verlieren was einem so wichtig ist und auch ein Leben lang wichtig bleiben wird. Dann kamen phasenweise „Mitleidsetappen“ ggü. dieser Person. Denn schlussendlich kann sie nichts dafür, dass sie so ist wie sie ist (bei dem erlebten auch kein wunder). Dass sie versucht nach außen die Perfektion zu sein, in der Seele jedoch extrem leer und unbedeutend ist. Dass diese Menschen nur mit einer Energiequelle überleben können. Dann folgten analisieren und visieren der –von klein auf beigebrachten Punkte -  Panikattacken etc. zu bearbeiten, bis hin an den Punkt zu kommen zu realisieren, dass jeder von uns nur ein Leben hat. Dass zu einem Spiel mindestens immer zwei Spieler gehören, damit dieses Spiel überhaupt funktionieren kann. Und dieses heißt „Macht und Kontrolle“. Auch wenn der Preis manchmal dafür extrem hoch erscheint und man von außen stehenden

 

 

Personen, welche sich so wunderbar blenden lassen, dem entsprechende Sätze um die Ohren gehauen bekommt lohnt es sich „selbst“ zu sein.

 

 

Manchmal –jedoch sehr selten- ertappe ich mich immer noch dabei zu grübeln. Ich ertappe mich dabei mich zu fragen ob ich nicht doch einen Schaden habe. Nur um dann festzustellen welche Wege ich gegangen bin um an dem Punkt zu gelangen ankommen zu dürfen, zu Leben, zu sein, empfinden zu dürfen. Das Herz was so wunderbar und groß schlägt auch zeigen zu dürfen – ohne Zuckerbrot und Peitsche Spielchen-. Und das Karma irgendwann alle trifft. Festzustellen dass ich gut bin wie ich bin. Zu merken, dass jeder Mensch stärken und Schwächen hat. Wir sind jedoch Menschen und keine leeren Roboter.

 

Ich bin mir immer noch treu geblieben. Ich sage immer noch was ich denke. Ich analisiere die Situationen immer noch.  Ein Anhängsel aus Kindheitstagen. Es ist jedoch nicht schlimm. Es gehört zu mir, es ist ein Teil von mir. Ich bin immer noch kompromissbereit, treffe jedoch schneller Entscheidungen, Menschen welche mir /uns nicht gut tun aus unserem Leben zu verbannen. Ich stand für jeden Rede und antwort, der sich aufrichtig dafür interessiert hat. (Es soll noch Menschen geben die nachfragen, bevor sie sich blenden lassen um dann sich selbst eine eigene Meinung bilden zu können)  Ich werde auch weiterhin andere Kinder/Elternteile und Senioren unterstützen, ganz einfach weil es sich richtig anfühlt. Aber ich bin nicht mehr gedrillt auf Leistung. Ich kann mich auch zurück lehnen, entspannen und auch genießen ohne zu hinterfragen „was passiert jetzt, das wird dir sicherlich wieder versaut“. Ich darf durchschlafen ohne Alpträume. Ich darf meinen Papa wieder lieben. Und ich darf eine aufrichtige Familie haben.

 

 

 

Und ich durfte lernen, dass man auch solche Menschen aus seinem Leben streichen kann. Ändern kann man sie nicht. Helfen kann man ihnen auch nicht. Sich selbst zerstören ist jedoch niemals der richtige Weg. Es lohnt sich sehr oft wieder zum Ursprung zurück zu kehren. Sich auf seine Intuition zu verlassen, zu fühlen und bevor man manchmal reagiert –erstmal sacken lassen, einen Perspektiven Wechsel vornehmen- und dann überlegen ob man auf die perfiden und doch objektiv betrachtet perfekten Sticheleien eingeht, oder einfach die zwölf, zwölf sein lässt.

 

Bis zum heutigen Tage setze ich mich weiterhin und intensiv für und vor -allem- Kinder ein, unterstütze bei weiteren Perspektiven zu finden, kläre mit auf - auch wie man es ändern kann- (Den Weg gehen muss man jedoch selbst) gebe Feedback für Eltern/Elternteile und betreue Senioren. das "helfen" ist hier kein Ballast. Es ist etwas, was ich mit geben kann. Damals hätte ich mit gewünscht, Menschen zu haben die mit einem zusammen agieren. Immer soweit, wie es ein Mensch zulässt. Der Hauptkern sind und bleiben jedoch "Kinder"

 

Dafür gibt es zuviele, die so leben müssen und niemand hört und sieht sie!!!

 

WIR haben unsere Leben selbst in der Hand. Und auch nur ein jeder selbst, kann, darf und muss sein eigenes Leben leben.

 

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